Snowmargeddon oder so ähnlich3 Minuten Lesezeit

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Stell dir vor du gehst abends ins Bett, freust dich, dass es ein wenig schneit und du hoffst am nächsten Morgen noch ein bisschen davon zu entdecken. Dann wachst du am nächsten morgen auf und stellst fest du hast keinen Strom mehr und kannst kein Licht anmachen. Dein erster Gedanke ist: „Naja, vielleicht hat ja jemand die Stromrechnung nicht bezahlt“. Danach stellst du fest, dass du auch keinen Handy-Empfang mehr hast und du beginnst dich zu fragen, was hier denn los ist… Du schaust aus dem Fenster und stellst in der Dämmerung fest, dass draußen wirklich alles voller Schnee ist. „Da muss ich heute wohl etwas früher zur Schule los“, denkst du und bereitest dich Mental darauf vor, deine eingeschlafenen Fähigkeiten zum fahren im Schnee wieder zu aktivieren. Kurz darauf weckst du deine Frau und sie erzählt dir, dass sie einen komischen Traum hatte in dem zuerst der vormittag der Schule ausfällt und dann gegen Ende des Traums, dass gar keine Schule ist.

Also gibt es Frühstück und dann geht es los nach draußen das Auto frei schaufeln. Glücklicherweise hat es während deines Weihnachtsurlaubs unterwegs schon einmal geschneit und du musstest deshalb die Utensilien dafür kaufen. Nach einer Weile hast du dich durch den Schnee gewühlt und kannst endlich losfahren. So wie es aussieht war in deiner Gegend noch niemand aus dem Haus also bist du derjenige, der durch den Schnee pflügen muss. An der nächsten größeren Straße immer noch das selbe Problem, aber du fährst einfach weiter und kommst irgendwann an der Schule an. Den Berg hoch fährst du auch einfach noch obwohl unten abgesperrt ist.

Oben angekommen siehst du, dass außer verzweifelten Menschen, die versuchen den Parkplatz zu räumen wirklich niemand da ist. Da gibt dein Handy Geräusche von sich. Zwei Emails:

  1. Schule fällt vormittags aus
  2. Wegen Wetters fällt den ganzen Tag die Schule aus

Hättest du mal lieber auf die Träume deiner Frau gehört, dann hättest du ne Menge Arbeit gespart, aber wenigstens bist du ein wenig durch den Schnee gefahren. Also geht’s ab nach Hause und auf dem Rückweg überlegst du dir schon Strategien wie du den ganzen Tag ohne Strom und Heizung überleben willst.

Das alles ist tatsächlich so geschehen am 13. Februar 2019 in Redding, wo es normalerweise nie und wenn dann nur extrem wenig schneit. Wir hatten die extremsten Schneefälle seit 50! Jahren. Das waren ungefähr 25-35cm Neuschnee in einer Nacht. Der einzige Schneepflug, den die Stadt besitzt hat dann in diesem Chaos auch noch den Weg in den Straßengraben gefunden. Überall sind Bäume umgekippt und Äste abgebrochen. Die Straße, auf der wir normalerweise morgens aus dem Wohngebiet fahren war durch einen Baum blockiert, den zum Glück jemand so zersägt hat, dass man durch fahren konnte. Wenigstens konnten wir kochen und uns Tee machen, da wir einen Gasherd haben, aber ansonsten wurde es auch im Haus schon ganz schön frisch. Pünktlich abends zum Sonnenuntergang hatten wir dann auch wieder Strom. Da hatten wir noch Glück, andere Leute waren vier oder fünf Tage ohne Elektrizität.

Ein Erlebnis, aber definitiv keines, dass ich wiederholen wollte. Innerhalb der letzten 12 Monate gab es damit hier offiziell so ziemlich jedes Wetter-extrem Feuer, Schnee und danach noch Regen. Das gute ist, dass Kalifornien jetzt zum ersten mal seit fast zehn Jahren genug Wasser hat um keine Dürre zu haben.

Hier kommen noch ein paar Bilder für euch:

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